"Ausdauernde" Oenothera
"Ausdauernde" Oenothera
Hallo zusammen,
die Oenothera-Pflanze im Garten eines Kumpels hat eine ca. 3 cm dicke, ± horizontale Wurzel und soll nun schon das dritte Jahr blühen (in der Literatur wird sie ja als zweijährig angegeben).
Die Wurzel sieht man ein Stück an der Oberfläche und dann verschwindet sie Richtung Rasen im Boden.
Könnte der Grund für das oftmalige Blühen sein, dass sie im Rasen (wo auch immer Triebe kommen) immer abgemäht wurde und nie zur Blüte kam und erst, als sie sich zum Rand "vorgearbeitet" hatte, konnte sie mit dem Blühen loslegen, hatte dann aber so viel in der Wurzel gespeichert, dass sie (mind.) drei Jahre hintereinander blühen kann (die horizontale Wurzel sieht immer noch prächtig aus).
Ich bin gespannt auf eure Meinung!
Liebe Grüße
Noah
die Oenothera-Pflanze im Garten eines Kumpels hat eine ca. 3 cm dicke, ± horizontale Wurzel und soll nun schon das dritte Jahr blühen (in der Literatur wird sie ja als zweijährig angegeben).
Die Wurzel sieht man ein Stück an der Oberfläche und dann verschwindet sie Richtung Rasen im Boden.
Könnte der Grund für das oftmalige Blühen sein, dass sie im Rasen (wo auch immer Triebe kommen) immer abgemäht wurde und nie zur Blüte kam und erst, als sie sich zum Rand "vorgearbeitet" hatte, konnte sie mit dem Blühen loslegen, hatte dann aber so viel in der Wurzel gespeichert, dass sie (mind.) drei Jahre hintereinander blühen kann (die horizontale Wurzel sieht immer noch prächtig aus).
Ich bin gespannt auf eure Meinung!
Liebe Grüße
Noah
Re: "Ausdauernde" Oenothera
Ist schon denkbar.
Kommt natürlich auch drauf an, um welche Art es sich handelt. Oenothera macrocarpa z. B. ist ganz legitim eine Staude - auch ohne Mahd.
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Re: "Ausdauernde" Oenothera
Ich schätze mal, wenn es eine Gartenpflanze ist, dann ist es so was wie die nordamerikanische O. speciosa, die als Zierpflanze verkauft wird. Die ist durchaus mehrjährig. Auch bei O. macrocarpa dasselbe, wie Manfrid schon schrieb.
Die "hiesigen" Arten der O. biennis-Gruppe sind dagegen fast immer streng einjährig - sie werden deshalb auch nicht als Zierpflanzen verkauft. Nur bei O. parviflora (die kleinblütigste Art überhaupt) gibt es ausnahmsweise mal ein Wiederaustreiben aus dem Wurzelstock. Aber die ist so selten, dass sie es mit absoluter Sicherheit im vorliegenden Fall nicht ist.
Gruß Michael
Die "hiesigen" Arten der O. biennis-Gruppe sind dagegen fast immer streng einjährig - sie werden deshalb auch nicht als Zierpflanzen verkauft. Nur bei O. parviflora (die kleinblütigste Art überhaupt) gibt es ausnahmsweise mal ein Wiederaustreiben aus dem Wurzelstock. Aber die ist so selten, dass sie es mit absoluter Sicherheit im vorliegenden Fall nicht ist.
Gruß Michael
Re: "Ausdauernde" Oenothera
Danke für eure Antworten!
Hab mir mal ein Bild schicken lassen. Das ist eine aus dem biennis agg., oder? Aber keine Oe. macrocarpa?
Liebe Grüße
Noah
Oe. speciosa ist es nicht. Es ist eine ganz "Normale" mit dem typischen "Eisenbahnerlaternen-Habitus".Kraichgauer hat geschrieben: ↑Mi Jul 16, 2025 9:14 pm wenn es eine Gartenpflanze ist, dann ist es so was wie die nordamerikanische O. speciosa
Hab mir mal ein Bild schicken lassen. Das ist eine aus dem biennis agg., oder? Aber keine Oe. macrocarpa?
Liebe Grüße
Noah
Re: "Ausdauernde" Oenothera
Vielleicht geht noch ein Bild von der Basis? Es sieht da ja wirklich nach noch sterilen Erneuerungstrieben aus, die dann nächstes Jahr blühen könnten.
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Re: "Ausdauernde" Oenothera
Das ist Oenothera oehlkersii, nah verwandt mit O. glazioviana, aber ohne rote Färbung (möglicherweise aus glazioviana x suaveolens entstanden). An der langen Narbe und dem langen Hypanthium erkennt man das glazioviana-Aggregat.
Interessant. Ein solches Verhalten (Wieder-Ausschlagen aus dem Wurzelstock) kannte ich bisher nur von O. parviflora.
Gruß Michael
Interessant. Ein solches Verhalten (Wieder-Ausschlagen aus dem Wurzelstock) kannte ich bisher nur von O. parviflora.
Gruß Michael
Re: "Ausdauernde" Oenothera
Wo siehst du auf dem Bild sterile Triebe?
Danke fürs Bestimmen!
Hier noch drei aktuelle Bilder, wo man auch schön die dicke Wurzel sieht.
Die Triebe kamen und kommen übrigens jedes Jahr an der selben Stelle.
Liebe Grüße
Noah
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Re: "Ausdauernde" Oenothera
Ich empfinde immer noch komische Schwingungen beim Betrachten dieser Pflanzen. Die Blüten sind viel zu dottergelb (könnte auch an der Kamera liegen) und die untersten Blätter viel zu lang gestielt (auch wenn sie bei oehlkersii ebenfalls deutlich gestielt sein können, was ein Differenzialmerkmal dieser Art ist).
Zusammen mit dem kriechenden, mehrjährigen Habitus, den ich bei biennis agg. noch nie gesehen habe, habe ich irgendwie das Gefühl, dass dies kein "reines biennis-Aggregat" ist, sondern vielleicht eine andere Art der Gattung drinsteckt (eine Zierpflanze?).
Es gibt zwei bekannte Fälle von "externem Einfluss" im biennis-Aggregat in Europa. Beide sind aber hier nicht anwendbar: in O. hirsutissima aus Belgien steckt angeblich auch die nordamerikanische O. elata drin (das kommt hier nicht in Frage, die wären beide extrem lang und dicht behaart), und in O. stucchii aus Norditalien soll die nordamerikanische O. jamesii mit drin sein.
Jedenfalls ein ganz merkwürdiger Wolpertinger, hoffentlich nicht KI-kreiert.
Gruß Michael
Zusammen mit dem kriechenden, mehrjährigen Habitus, den ich bei biennis agg. noch nie gesehen habe, habe ich irgendwie das Gefühl, dass dies kein "reines biennis-Aggregat" ist, sondern vielleicht eine andere Art der Gattung drinsteckt (eine Zierpflanze?).
Es gibt zwei bekannte Fälle von "externem Einfluss" im biennis-Aggregat in Europa. Beide sind aber hier nicht anwendbar: in O. hirsutissima aus Belgien steckt angeblich auch die nordamerikanische O. elata drin (das kommt hier nicht in Frage, die wären beide extrem lang und dicht behaart), und in O. stucchii aus Norditalien soll die nordamerikanische O. jamesii mit drin sein.
Jedenfalls ein ganz merkwürdiger Wolpertinger, hoffentlich nicht KI-kreiert.
Gruß Michael
Re: "Ausdauernde" Oenothera
So schlimm wird's nicht sein. Rasenmäherkreiert ist doch ganz plausibel - und wäre interessant.