Bei uns hier im Südwesten sind verwilderte Juglans ein gewöhnlicher Anblick an allen möglichen Wegrainen. Ich glaube da ausnahmsweise mal weniger an den Klimawandel als an die schlechtere Pflege der Streuobstbestände und fehlende Mahd der Hecken und insofern auch ungestörtes Aufwachsen der Wildlinge. Sobald mal eine gewisse Dichte erreicht ist, potenziert sich das Ganze, und die Art breitet sich weiter aus.
Wie wir bereits 2004 in unserem Buch "Streuobstwiesen im Kraichgau" geschrieben haben, ist das Wissen über die (langwierige!) Zucht und die Sorten bei Walnüssen weitgehend verlorengegangen. Was an Wegrainen steht (auch die alten Bäume), sind fast immer Wildlinge minderer Qualität und mit fadem Geschmack, so auch ein riesiges Exemplar in meinem eigenen Garten. Die Leute sammeln trotzdem die Nüsse fleißig ab, nur neuerdings wird das Ganze durch die neu eingewanderte Walnussfliege verdorben, deren Larven das grüne Fruchtfleisch befallen und die Früchte schwarz werden und verdorren lassen.
(Lustigerweise werden übrigens die Kultursorten bei Walnüssen mit Nummern bezeichnet, nicht mit Namen!).
Gruß Michael
unbekannter Straßenbaum in Essen-Kettwig
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