Carex binervis? Bretagne

Bestimmungsanfragen für europäische Wildpflanzen.
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Bitte immer den Fundort (Land, Stadt, Habitat etc.) und das Funddatum angeben. TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg im Forum.
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Svampskogen
Beiträge: 534
Registriert: Di Jul 26, 2022 2:11 pm

Carex binervis? Bretagne

Beitrag von Svampskogen »

Hallo zusammen

Vergangene Woche stolperte ich in der Bretagne erfreulicherweise immer wieder über Carex laevigata (meist ziemlich braun).
An von Molinia dominierten Waldwegen stiess ich auch recht häufig auf eine Segge, welche C. binervis sein könnte. Leider war sie jedoch bereits recht vertrocknet, sodass die Bestimmung wohl nicht ganz einfach ist... auffällig waren die seitlich fast geflügelt wirkenden Fruchtschläuche.

Beste Grüsse
Jonas
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Svampskogen
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Re: Carex binervis? Bretagne

Beitrag von Svampskogen »

Weitere Fotos.
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scheuchzeria
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Re: Carex binervis? Bretagne

Beitrag von scheuchzeria »

...das sieht doch sehr gut aus. laevigata und binervis kartiere ich sehr fleissig auf dem Vennsattel. Es gibt so gut wie nie den Fall, dass bei binervis nicht auch Molinia steht. Im Sommer färben sich die ansonsten trüb blaugrün wirkenden Blätter gerne kupferrot.
Svampskogen
Beiträge: 534
Registriert: Di Jul 26, 2022 2:11 pm

Re: Carex binervis? Bretagne

Beitrag von Svampskogen »

Juhuu, vielen Dank! Am Anfang hatte ich irgendwie noch gar kein Bild, wo ich C. binervis genau suchen soll! In den wenigen feuchten Heiden konnte ich sie nicht entdecken und erst nach meinem ersten Fund begann ich langsam ein Bild der Ökologie zu entwickeln! Und tatsächlich fand ich sie danach auf zahlreichen, genügend hellen Waldwegen! Stets zusammen mit Molinia, wohl eine gute Zeigerpflanze für diese Segge!
Das Merkmal mit den rötlich werdenden Blättern wird übrigens sogar in der Flora Gallica erwähnt! Leider konnte ich es selber nicht beobachten!
Kraichgauer
Beiträge: 2372
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Wohnort: Bruchsal

Re: Carex binervis? Bretagne

Beitrag von Kraichgauer »

Kann ich genau so bestätigen. Eine typische Stelle für binervis ist im Hunsrück im NSG Ochsenbruch bei Börfink, auf sauer-vermoorten Stellen entlang von kleinen Sielen an Waldwegen lichter Wälder, zusammen mit viel Molinia, Juncus bulbosus subsp. kochii und Trientalis.
Die Art fällt im Gelände wirklich wegen der trüb bleigrauen Farbe und den zwar dunklen, aber doch bunten weiblichen Ährchen auf.

Gruß Michael
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Carex binervis Börfink Ochsenbruch A03.jpg
Carex binervis Börfink Ochsenbruch A03.jpg
Svampskogen
Beiträge: 534
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Re: Carex binervis? Bretagne

Beitrag von Svampskogen »

Danke für das tolle Vergleichsfoto! So ‚lebendig‘ hätte ich diese auch gerne angetroffen….
Svampskogen
Beiträge: 534
Registriert: Di Jul 26, 2022 2:11 pm

Re: Carex binervis? Bretagne

Beitrag von Svampskogen »

Juncus bulbosus war in der Bretagne übrigens ebenfalls eine sehr stete Begleitpflanze von Carex binervis!
Arthur
Beiträge: 252
Registriert: Sa Jul 02, 2022 10:55 pm

Re: Carex binervis? Bretagne

Beitrag von Arthur »

Ich habe sie auch dieses Jahr das erste mal im Hunsrück dokumentiert. Theoretisch könnte man sie mit Carex flacca verwechseln.
scheuchzeria
Beiträge: 97
Registriert: Fr Jul 08, 2022 3:25 pm

Re: Carex binervis? Bretagne

Beitrag von scheuchzeria »

die kupferrote Verfärbung ist doch auf einigen Bildern gut zu sehen. Im Prinzip ist sie unverwechselbar. Es gibt schon mal kleinere Problemchen mit laevigata...also natürlich vegetativ. In der Eifel sind bei der floritischen Kartierunmg jeweils 2500 Populationen erfasst worden. Wenn laevigata zu trocken steht, bekommt sie recht schmale Blätter, binervis im nassen wird sehr breitblättrig. Sind die Horste sehr nass verschwindet das trübblaue und man hat Probleme mit sylvatica. Aber das sind Einzelfälle. C. binervis steht auf dem Vennsattel auf Pseudogley. In den Fichtenforsten ist sie Massenware, gerade auf den Rückegassen. Läuft man durch die Fichte auf Braunerde kann man lange suchen. Das gilt auch für Belgien, in der Wallonie wird sie in der Roten Liste mit "Vom Aussterben bedroht" eingestuft, ist da aber genauso Massenware auf Pseudogley. In die Fichten laufen Botaniker wohl nur selten, aber auf Pseudogley findet man viele Arten der Borstgrasrasen und Feuchtheiden. Mit den todbringenden Eigenschaften der Buche kommt sie nicht zurecht. Schatten und Laubwurf. Da kann man nach langem Suchen, wenige finden, die stehen dann auf Kuppen, wo das Laub weggeblasen wird.
Es ist einfach meine Lieblingsart :D
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