Nicht bestellt wie geliefert.

Hier könnt Ihr Euch vorstellen oder vom Thema abschweifen.
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Khalni
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Nicht bestellt wie geliefert.

Beitrag von Khalni »

Moin,
Auch schon im alten Forum beschrieben, kommt es ja des Öfteren vor, dass wenn man nicht bei Spezialgärtnereien bestellt, die auch wissen, was sie im Sortiment haben,manchmal nicht das bekommt, was man bestellt hat, sei es aus Nachlässigkeit, Schusseligkeit, Zufall, Inkompetenz oder marktwirtschaftlichem bewussten oder unbewussten Kalkül,alles schon erlebt.

Da bestellt man Inula orientalis und erhält Telekia speciosa oder
Primula bulleyana und wundert sich im Frühjahr über Primula elatior.

Diesmal bestellte ich einen Penstemon superbus bei einer besseren Gärtnerei und bin amüsiert, was stattdessen jetzt die Blüten aufmacht, wird wohl ein Versehen gewesen sein.
Hoffentlich mögen es die Hummeln.

Was habt ihr für lustige oder schmerzvolle Erfahrungen schon mit Gärtnereien in dem Bereich gemacht?
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LG Khalni
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Anagallis
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Re: Nicht bestellt wie geliefert.

Beitrag von Anagallis »

Khalni hat geschrieben: Fr Jul 29, 2022 3:06 pm Diesmal bestellte ich einen Penstemon superbus bei einer besseren Gärtnerei und bin amüsiert, was stattdessen jetzt die Blüten aufmacht, wird wohl ein Versehen gewesen sein.
Die haben eben nur auf das "superbus" hinten geguckt.

Statt Ruta graveolens keimte aus den gelieferten Samen bei mir Absinth.
Dominik
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plantsman
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Re: Nicht bestellt wie geliefert.

Beitrag von plantsman »

Moin,

als ehemaliger Gehölz-Einkäufer einer Staudengärtnerei kann ich nur eine Anekdote zum Besten geben, die mit den Sortimenten der Baumschulen zu tun hat. In diesem Fall war es wohl Desinteresse bzw. fehlende Kompetenz..... was bei der folgenden Gattung aber nicht überraschend ist, so chaotisch ist sie.

Wenn es um die Gattung Philadelphus geht, ist das Sortiment in den Handels-Baumschulen recht überschaubar. Es dürften ca. 7 Taxa/Sorten als Standard gelten. Aber offenbar wissen die Produzenten gar nicht, was sie alles bei sich in den Mutterpflanzen-Quartieren rumstehen haben bzw. als Jungpflanzen bekommen. So hab ich damals innerhalb von knapp drei Jahren insgesamt 23 verschiedene, gut unterscheidbare Philadelphus-Arten und -Sorten "zusammengetragen". Bestellt hatte ich stets nur das Standard-Sortiment, weil sich die Liebhaber dieser Gattung sehr in Grenzen halten.
Den Vogel hat aber mal eine Lieferung abgeschossen, in der ich acht Exemplare der Sorte Philadelphus 'Virginal' haben wollte, aber sieben (!) verschiedene bekommen habe, davon nur zwei korrekte Pflanzen.
Da ich ein Fan der Gattung bin, konnte ich die meisten davon sogar zuordnen und war auch nicht unglücklich, aber wenn mein Kunde gerne eine einheitliche Sichtschutzpflanzung mit einer Sorte haben möchte, kann ich ihm natürlich nicht ein Sammelsurium verkaufen. Wenn ich dann von einer besonders schönen Sorte dann mal was nachbestellen wollte, hieß es (fast) immer: "hab ich nicht".....
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botanix
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Re: Nicht bestellt wie geliefert.

Beitrag von botanix »

Hallo,
Vor über 30 Jahren bekam meine Mutter den Katalog einer bekannten Gärtnerei vom Niederrhein. Da wurde mal ein blau blühender Kaktus abgebildet und auch als blau blühende Rarität beworben. Obwohl die Druckfarben alle sehr kräftig (…) waren, die Blüte schien rein blau zu sein, ohne einen rotviolett Stich. Spaßeshalber den Kaktus mitbestellt, obwohl ich genau wusste, dass es keine blau blühenden Kakteen gibt. Im Sommer blühte das Gymnocalycium baldianum dunkelrot, so wie es bei der Art normal ist.
Auch diese bekannte Versandgärtnerei hat also ganz bewusst falsche Angaben gemacht.
„Raritäten“ verkaufen sich nun mal besser und teurer 🙄
Gruß
Peter
alte Botanikerweisheit: man sieht nur was man kennt
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Lilgish
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Re: Nicht bestellt wie geliefert.

Beitrag von Lilgish »

Hallo,
von diesem Problem kann wohl jeder der Pflanzen und Saatgut kauft ein Lied singen. Fehllieferungen sind leider an der Tagesordnung. Am sichersten ist es immer Saatgut selbst zu sammeln oder zu tauschen (sofern erlaubt).
Besonders ärgerlich ist es wenn man die Pflanzen erst jahrelang gepflegt und aus Samen gezogen hat und sich darauf gefreut hat und es sich dann als etwas anderes entpuppt als man bestellt hat. Damit verbunden ist ja oft auch ein erheblicher Zeitaufwand.
Adonis aestivalis z. B. habe ich bei 4 verschiedenen Versendern in Deutschland bestellt und immer stellte es sich als Adonis annua heraus weil die wahrscheinlich alle von dem gleichen Großhändler beliefert wurden der schon seit Jahren die falsche Art verkauft. Ich kann mir nicht vorstellen, das er das aus Unwissen macht und ihn noch nie jemand darauf hingewiesen hat.
Das echte Saatgut bekam ich nur von einem Biohof in der Schweiz der Saatgut alter Getreidearten und Ackerbegleitkräuter anbietet.
Grüsse
Lilgish
Garibaldi
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Re: Nicht bestellt wie geliefert.

Beitrag von Garibaldi »

Hmm, Saatgut zurückgeben geht ja nicht mehr, wenn es ausgekeimt ist und die Pflanzen gewachsen sind. Aber mich würde mal interessieren, wie das rechtlich ist, wenn man eindeutig nachweisen kann, dass das Saatgut nicht das ist, was man bestellt hat. Kann man dann mit der "falschen Pflanze" sein Geld zurückverlangen?

Und bei einem nicht blau blühenden Kaktus, den kann man doch zurückschicken?

Geht das? Hat das schon mal jemand versucht oder davon gehört?
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Anagallis
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Re: Nicht bestellt wie geliefert.

Beitrag von Anagallis »

Sicher geht das, aber wer geht schon wegen solcher Kleinstbeträge vor Gericht? Am ehesten könnte man da anrufen und eine korrekte Nachlieferung oder Erstattung verlangen. Und wenn das nicht klappt es auf sich beruhen lassen.
Dominik
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