Trockenheit

Hier könnt Ihr Euch vorstellen oder vom Thema abschweifen.
Khalni
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Trockenheit

Beitrag von Khalni »

Moin,

Der Sommer ist verspätet auch im Norden angekommen und bringt seit Anfang August 25-30°C und Dauersonnenschein, aber keinen Tropfen regen.

In der Folge, weil ich auch viel gepflanzt habe, bin ich jeden Tag viel am gießen, aber ich will mich nicht beschweren, besser als 11°C und Dauerregen, wie so manch anderes Jahr.

Aber es ist soweit noch alles grün, außer wo gemäht worden war, da ists ziemlich braun.

Wie siehts bei euch aus? Wie reagieren die Pflanzen der Natur und der Gärten sowie Ackerflächen auf das schöne Sommerwetter?
LG Khalni
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Anagallis
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Re: Trockenheit

Beitrag von Anagallis »

Bei uns am Oberrhein ist alles tot. Im Juli 16,5 Liter Regen pro Quadratmeter, und im August ist es bisher ähnlich, wobei schon März und Mai katastrophal trocken waren. Das ist nicht einmal ein Sechstel des normalen Werts. Im Radio werden Warnungen durchgegeben, nicht mit Feuer zu hantieren und mit dem Wagen nur über Asphalt zu fahren, wegen der Brandgefahr. Alle Wiesen sind nur noch Stroh, die Wälder verrecken, sogar Bäume an Flüssen lassen die Blätter fallen. Die Landwirte pumpen Grundwasser auf ihre Erdbeer- und Maisäcker als gäb's kein Morgen.
Dominik
Arthur
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Re: Trockenheit

Beitrag von Arthur »

Anagallis hat geschrieben: Do Aug 11, 2022 3:32 pm Bei uns am Oberrhein ist alles tot. Im Juli 16,5 Liter Regen pro Quadratmeter, und im August ist es bisher ähnlich, wobei schon März und Mai katastrophal trocken waren. Das ist nicht einmal ein Sechstel des normalen Werts. Im Radio werden Warnungen durchgegeben, nicht mit Feuer zu hantieren und mit dem Wagen nur über Asphalt zu fahren, wegen der Brandgefahr. Alle Wiesen sind nur noch Stroh, die Wälder verrecken, sogar Bäume an Flüssen lassen die Blätter fallen. Die Landwirte pumpen Grundwasser auf ihre Erdbeer- und Maisäcker als gäb's kein Morgen.
Das gleiche gilt für Südhessen und auch im Prinzip für den Rest Hessens mit geringen Außnahmen wie Feucht-/Salz- und Nasswiesen und teilweise auch Mittelgebirgswiesen.
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botanix
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Re: Trockenheit

Beitrag von botanix »

Hallo,
die Maisernte wird dieses Jahr sehr bescheiden ausfallen. Die Stängel sind kaum 2 cm dick, die Höhe kaum über 1,5 m, wenige Kolben (…Kölbchen), das Blattwerk eingerollt, wie der Stängel etwas geknickt wirkend. Kurzum: die Pflanzen haben großen Wassermangel.
Erstaunlich aber, wie Lotus corniculatus und Medicago varia damit auskommen.
Gruß
Peter
alte Botanikerweisheit: man sieht nur was man kennt
Maltus
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Re: Trockenheit

Beitrag von Maltus »

Hallo,
auch bei uns im Raum Augsburg ist das Kartieren derzeit (und auch schon vor ein paar Wochen) kein Vergnügen - alles braun und welk, und das Wenige, das blüht, hängt schlapp in der Gegend rum. Einzige Ausnahme und das exakte Gegenbild dazu: eine (dank Niedrigwasser extrem große) Kiesbank im Lech, die jetzt wieder betreten werden darf, nachdem der Flussregenpfeifer mit seinem Brutgeschäft durch ist. Viele Arten, und alle Pflanzen bestens genährt. Z.B.: Persicaria maculosa, Stellaria aquatica, Erucastrum gallicum, Chenopodium polyspermum, Myosotis scorpioides, Nasturtium officinale, Saponaria officinalis, Euphorbia stricta, Galeopsis tetrahit, Epilobium hirsutum, Epilobium montanum, Chaenorhinum minus, Mentha longifolia, Scrophularia umbrosa - und sogar die bei uns sehr seltene Veronica catenata.
Freundliche Grüße
Georg
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Anagallis
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Re: Trockenheit

Beitrag von Anagallis »

Maltus hat geschrieben: Do Aug 11, 2022 7:22 pm Epilobium montanum
Huch? Das ist ein Frühjahrsblüher und schon seit Juni durch. Da will ich einen Beweis sehen.
Dominik
Maltus
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Re: Trockenheit

Beitrag von Maltus »

Hi Dominik,
mal sehen, was ich habe. Weiß nicht, ob das ausreicht, ich wusste ja nicht, dass ich eine Beweislast zu tragen habe ... ;)
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Anagallis
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Re: Trockenheit

Beitrag von Anagallis »

Maltus hat geschrieben: Do Aug 11, 2022 8:04 pm dass ich eine Beweislast zu tragen habe ... ;)
Für außergewöhnliche Behauptungen immer ;-)

Das ist Epilobium parviflorum. Der graufilzige Gesamteindruck ist typisch. Gegen Ende der Saison verkahlt der Stengel auch. E. montanum hätte breitere, eilanzettliche Blätter und im Blütenstand weniger auffällige Drüsenhaare und zusätzlich auch die Kräuselhaare, die sich auch weiter unten am Stengel finden.
Dominik
Maltus
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Re: Trockenheit

Beitrag von Maltus »

... dann ist dies das am wenigsten haarige E. parviflorum, das ich je gesehen habe. Danke für die Korrektur!
Khalni
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Re: Trockenheit

Beitrag von Khalni »

Oh, ich hätte nicht gedacht, dass es im Inland so schlimm ausschaut, gerade auch den Rhein angeguckt, oder zumindest, was davon übrig geblieben ist.

Dann hoffe ich mal, dass es irgendwann wieder regnen wird und dass die Natur sich wieder erholt, auch wenn es die nächsten Tage wohl noch trocken weitergeht.
LG Khalni
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