Seite 1 von 1

Peltigera ?

Verfasst: Fr Aug 01, 2025 2:35 pm
von Immergrün
Funddatum: 30.07.2025
Habitat: Wiese in Steinbruch im MK (NRW) , Reaktion basisch oder intermediär


Sie wuchs auf einer recht mageren Wiese mit viel Moos
Ich hatte sie leider erst Abends entdeckt entsprechend nur mit Blitz Fotos gemacht. Würde gegbenfalls noch mal aufsuchen und besser Bilder machen.

Welche Arten kommen in Frage ?
Für den Standort wäre: Peltigera didactyla plausibel:
Vorkommen: Kiesgruben, Brandstellen, lichten Böschungen, kalkreichen Boden, Symbiosepilz, ganzjährig.
https://www.123pilzsuche.de/daten/detai ... lechte.htm

Re: Peltigera ?

Verfasst: Fr Aug 01, 2025 10:12 pm
von abeja
Hallo,
Peltigera auf jeden Fall und Peltigera didactyla könnte meiner Meinung nach gut hinkommen (...nicht nur bei 123 schauen, da bin ich nicht sicher, ob alle Bilder richtig zugeordnet sind und die Beschreibung ist dürftig...)

Ich habe bei italics den Peltigera-Schlüssel probiert (und scheitere, weil zu Soralen, Farben, Unterseiten, Rhizinen gefragt wird).
Du kannst den Schlüssel ja mal aufrufen und sehen, wie man zu der Art kommt.
https://italic.units.it/index.php?procedure=idkeys
https://italic.units.it/index.php?proce ... e&num=1615

Hilfreich ist sicherlich dieses PDF von Botanik Bochum, da auch noch Hinweise zu selteneren, oberflächlich ähnlichen Verwechslungsarten.
https://www.botanik-bochum.de/jahrbuch/ ... tigera.pdf

Was hier nach Augenschein für P. didactyla spricht:
die kleine Größe, der Standort
Sie ist nach ZIMMERMANN & GUDERLEY (2012: 224) als konkurrenzschwache Pionierart charakteristisch "auf lückigen mageren, steinigen Böden" (Abb. 11) und nach GOFFINET & HASTINGS (1995) und GOFFINET & al. (2003) vorwiegend auf Erde oder dünnen Matten aus meist akrokarpen
Moosen zu finden. Nach HEIBEL (1999: 168) dringt P. didactyla "auf anthropogen beeinflussten Standorten bis in die Stadtzentren der Ballungsräume vor". Typische Standorte sind Weg- und Straßenränder, offene Böschungen, Industriebrachen und Feuerstellen (Z. B. HEIBEL 1999, WIRTH 1995).
Unterseiten können wir nicht beurteilen.

Dann gibt es bei der Art zwei sehr unterschiedliche Stadien:
jung mit Soralen auf den Lobenflächen und mit nur minimaler Behaarung/ Bereifung am Rand, keine Apothecien
älter (wie hier): dann entwickeln sich Apothecien (sehen nach Bildvergleich passend aus), dabei nimmt die Behaarung auf den Loben zu (Oberfläche wirkt hier weißlich) und von den Soralen bleiben nur rundliche Narben auf der Lobenflächen übrig (auch das sehe ich auf deinen Bildern.)

Re: Peltigera ?

Verfasst: Sa Aug 02, 2025 6:23 pm
von Immergrün
Ich hatte noch ein paar Bilder auch mit Unterseite aber leider keinen Guten.

Muss ich nochmal ganz bewusst Bilder für den Schlüssel machen

Re: Peltigera ?

Verfasst: Fr Aug 29, 2025 10:44 am
von bryotom
Hallo,
die Unterseite passt ebenfalls gut zu P. didactyla.
Eine Schwierigkeit bei der Anwendung von üblichen Bestimmungsschlüsseln legt darin, dass die Art keine Sorale mehr bildet, sobald sie in die geschlechtliche Vermehrung eingestiegen ist, also Apothecien bildet, wie hier zu sehen. Wenn man Glück hat, findet man an alten Thallusabschnitten noch Hinweise auf Sorale, die nur an jüngeren Thalli gebildet werden. Im Alter kann die Art P. rufescens sehr ähnlich sein, mit der sie auch zusammen vorkommen kann.