ich bin neu in diesem Forum. Das Foto zeigt eine "Mooskugel" ohne Wurzeln:
Fundort: in einem Robinienwald oberhalb des Dorfes Lonsheim (im rheinhessischen Hügelland, nahe Alzey und Mainz, in Rheinland-Pfalz).
Solche Mooskugeln finden sich relativ zahlreich auf einem Pfad durch einen Hang in diesem Wald.
Sie rollen aus einem bemoosten Zone oberhalb des Pfades auf den Pfad, besonders jetzt im Herbst. Dies scheint mir eine spezielle Verbreitungs- bzw. Vermehrungsmethode dieser Moosart zu sein. Weiß jemand, um welche Moosart es sich handelt, und ob diese womöglich selten vorkommt? In anderen Waldgebieten mit Moos-Vorkommen in Rheinhessen oder auch in der Pfalz habe ich so etwas noch nie gesehen.
Danke für jeden Hinweis!
Mooskugeln ohne Wurzeln: welche Moosart ist das?
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Bitte immer den Fundort (Land, Stadt, Habitat etc.) und das Funddatum angeben.
Bitte immer den Fundort (Land, Stadt, Habitat etc.) und das Funddatum angeben.
Re: Mooskugeln ohne Wurzeln: welche Moosart ist das?
Hallo und willkommen im Forum,
das Verzweigungsmuster (unregelmäßig lange Seitentriebe am "Stämmchen"), die lange ausgezogene Triebspitze vorne, die einseitswendig gebogenen Einzelblättchen und die gelb-grüne Farbe lassen mich hier an das Zypressen-Schlafmoos (Hypnum cupressiforme) denken.
... Aber warten wir ab, ob echte Mooskenner da zustimmen.
Moose können sich im Allgemeinen (auch) vegetativ fortpflanzen, d.h. aus Bruchstücken können neue Moospflanzen entstehen.
Richtige Wurzeln haben Moose nie, sie sind mit ganzen dünnen, fadenförmigen Rhizoiden im Substrat verankert.
Dass hier solche "Mooskugeln" einem vor die Füße kullern, halte ich nicht für artspezifisch, sondern für ein "Zufallsprodukt".
Meine Theorie dazu:
Oft suchen Tiere unter Moos nach Nahrung, rupfen daran herum (Nestbau) usw. Da können sich eventuell schon mal größere Stücke lösen und dann durch Wind und Wetter in Zusammenhang mit der Geländestruktur (Hanglage, wo sie leicht herunterrollen) solche "Kugeln" entstehen.
Von "Moosrollern" ... analog zu "Steppenrollern" ... habe ich noch nichts gehört, aber es könnte hier durchaus einen Effekt auf die Verbreitung haben.
das Verzweigungsmuster (unregelmäßig lange Seitentriebe am "Stämmchen"), die lange ausgezogene Triebspitze vorne, die einseitswendig gebogenen Einzelblättchen und die gelb-grüne Farbe lassen mich hier an das Zypressen-Schlafmoos (Hypnum cupressiforme) denken.
... Aber warten wir ab, ob echte Mooskenner da zustimmen.
Moose können sich im Allgemeinen (auch) vegetativ fortpflanzen, d.h. aus Bruchstücken können neue Moospflanzen entstehen.
Richtige Wurzeln haben Moose nie, sie sind mit ganzen dünnen, fadenförmigen Rhizoiden im Substrat verankert.
Dass hier solche "Mooskugeln" einem vor die Füße kullern, halte ich nicht für artspezifisch, sondern für ein "Zufallsprodukt".
Meine Theorie dazu:
Oft suchen Tiere unter Moos nach Nahrung, rupfen daran herum (Nestbau) usw. Da können sich eventuell schon mal größere Stücke lösen und dann durch Wind und Wetter in Zusammenhang mit der Geländestruktur (Hanglage, wo sie leicht herunterrollen) solche "Kugeln" entstehen.
Von "Moosrollern" ... analog zu "Steppenrollern" ... habe ich noch nichts gehört, aber es könnte hier durchaus einen Effekt auf die Verbreitung haben.
Viele Grüße von abeja
- bryotom
- Beiträge: 379
- Registriert: Di Jul 05, 2022 12:12 pm
- Wohnort: Oldenburger Land, Nordwest-Niedersachsen
Re: Mooskugeln ohne Wurzeln: welche Moosart ist das?
Hallo,
das können verschiedene Arten machen, wie abeja schon shrieb, eher ein Produkt der Umstände.
Ich sehe hier nicht deutlich, um welche Art es sich handelt. Die Bilder sind zu unscharf im Detail. Mit der Lupe oder Stereolupe sollte geprüft werden, ob eine Mittelrippe vorhanden ist. Dann kann es auch Brachythecium oder etwas anderes sein.
das können verschiedene Arten machen, wie abeja schon shrieb, eher ein Produkt der Umstände.
Ich sehe hier nicht deutlich, um welche Art es sich handelt. Die Bilder sind zu unscharf im Detail. Mit der Lupe oder Stereolupe sollte geprüft werden, ob eine Mittelrippe vorhanden ist. Dann kann es auch Brachythecium oder etwas anderes sein.
Beste Grüße
Thomas
"Kryptogamen, das sind Pflanzen ohne Samen,
und diese samenlosen Dinger wickeln Weise um den Finger"
Thomas
"Kryptogamen, das sind Pflanzen ohne Samen,
und diese samenlosen Dinger wickeln Weise um den Finger"
Re: Mooskugeln ohne Wurzeln: welche Moosart ist das?
Schönen Dank für die Antworten. Demnach liegt es eher nicht an der Moosart, sondern an dem eher steilen Hang, durch den ein ebener Pfad führt, sodass sich dort auf dem Pfad "Mooskugeln" ansammeln. Auffällig nur, dass dies immer richtige Kugeln sind, niemals unregelmäßig geformte oder flache sonstige Moosstücke. Ich versuche mal, ein besseres Detailfoto zu machen. Eine Stereolupe habe ich leider nicht.
Beste Grüße
Bernhard
Beste Grüße
Bernhard
Re: Mooskugeln ohne Wurzeln: welche Moosart ist das?
Ich meine inzwischen, nach Eurem Input, es gibt eine ganz einfache physikalische und logische Erklärung: Es rollen nur die kugelförmigen Moosstücke den Hang hinunter auf den Pfad. Andere lose Moosstücke, wie flache oder "eckige", können nicht (so gut) rollen und bleiben deshalb an Ort und Stelle liegen, oder kommen nicht so weit. Demnach steckt hinter diesem Phänomen keine ausgefuchste Vermehrungsstrategie der Moosart, oder so etwas. Etwa wie beim Feld-Mannstreu (Eryngium campestre), dessen kugeligen Gebilde aus gegenseitig sich verhakenden Pflanzenteilen vom Wind durch die Gegend getrieben werden. Den gibt es hier in der Nähe übrigens auch. Man kennt das Prinzip aus Westernfilmen, wenn starker Wind weht ...