Scilla ingridiae Speta - Ingrids Blaustern
Verfasst: Do Mär 19, 2026 10:55 pm
Hallo zusammen,
die ursprünglich türkische Scilla ingridiae ist eine recht mysteriöse Art geblieben, die nur schwer von den häufigeren Verwandten abzugrenzen ist und wie oft bei Speta nur unvollständig und mit schwierigen Schlüsseln definiert wurde. Deswegen wurden sowohl der Status der Art als auch ihr Vorkommen in D häufig bezweifelt.
Bisher hatten wir von der Art nur wenige Photos einer (meistens) als solche anerkannten Population aus einem Park in Köthen bei Halle (vgl. Flora Germanica Band 1 S. 267) - dafür fuhr Thomas Muer mal extra in den Osten. Heute kamen wir auf der Suche nach Pulmonaria montana im westlichen Kraichgau an einer kleinen Scilla-Population auf einem ehemaligen Gartengrundstück an einem Streuobsthang vorbei, die sofort auffiel, weil sie viel größer als S. siberica war und auch ansonsten optisch abwich. Überraschenderweise bestätigte sich der Verdacht auf S. ingridiae anschließend.
Scilla ingridiae sieht wie ein Zwischending zwischen S. siberica und S. amoena aus. Sie ist viel größer und deutlich hellblütiger als die dunkelblaue und kleine S. siberica. Die Blüten sind deutlich stärker geöffnet als bei S. siberica, die Kronblätter sind stärker S-förmig gebogen und der Blütenstand ist vielblütiger. Und solch große Blätter hat S. siberica nie. Die endgültige Bestätigung gelingt aber nur mit den Samen - S. ingridiae hat kein Anhängsel.
S. amoena ist ähnlich groß oder sogar noch größer, aber die Blüten nicken nicht, sondern stehen seitlich ausgebreitet.
Bleibt das Rätsel: Wie kommt die Art, die im Gartenhandel kaum oder gar nicht vertreten ist, in den Kraichgau auf ein ehemaliges Gartengrundstück?
Jedenfalls ist das ein Neufund für BW.
Vielleicht ist die Art aber häufiger als bisher gedacht und wird schlichtweg übersehen, weil sie kaum jemand kennt, oder geistig abgehakt als "fette Gartenform von S. siberica".
Gruß Michael
die ursprünglich türkische Scilla ingridiae ist eine recht mysteriöse Art geblieben, die nur schwer von den häufigeren Verwandten abzugrenzen ist und wie oft bei Speta nur unvollständig und mit schwierigen Schlüsseln definiert wurde. Deswegen wurden sowohl der Status der Art als auch ihr Vorkommen in D häufig bezweifelt.
Bisher hatten wir von der Art nur wenige Photos einer (meistens) als solche anerkannten Population aus einem Park in Köthen bei Halle (vgl. Flora Germanica Band 1 S. 267) - dafür fuhr Thomas Muer mal extra in den Osten. Heute kamen wir auf der Suche nach Pulmonaria montana im westlichen Kraichgau an einer kleinen Scilla-Population auf einem ehemaligen Gartengrundstück an einem Streuobsthang vorbei, die sofort auffiel, weil sie viel größer als S. siberica war und auch ansonsten optisch abwich. Überraschenderweise bestätigte sich der Verdacht auf S. ingridiae anschließend.
Scilla ingridiae sieht wie ein Zwischending zwischen S. siberica und S. amoena aus. Sie ist viel größer und deutlich hellblütiger als die dunkelblaue und kleine S. siberica. Die Blüten sind deutlich stärker geöffnet als bei S. siberica, die Kronblätter sind stärker S-förmig gebogen und der Blütenstand ist vielblütiger. Und solch große Blätter hat S. siberica nie. Die endgültige Bestätigung gelingt aber nur mit den Samen - S. ingridiae hat kein Anhängsel.
S. amoena ist ähnlich groß oder sogar noch größer, aber die Blüten nicken nicht, sondern stehen seitlich ausgebreitet.
Bleibt das Rätsel: Wie kommt die Art, die im Gartenhandel kaum oder gar nicht vertreten ist, in den Kraichgau auf ein ehemaliges Gartengrundstück?
Jedenfalls ist das ein Neufund für BW.
Vielleicht ist die Art aber häufiger als bisher gedacht und wird schlichtweg übersehen, weil sie kaum jemand kennt, oder geistig abgehakt als "fette Gartenform von S. siberica".
Gruß Michael