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Oxalis und Begomoviren

Verfasst: So Mai 17, 2026 1:59 pm
von Jochen
Liebe Pflanzenfreunde!

Dieses auffallende Pflanze habe ich im April 2019 an einem Waldweg bei Oberndorf, Krs.Rottweil gefunden und damals bereits in Forum eingestellt. Auffallend war die Panaschierung, die hier genau entlang der Blattadern verläuft. Diskutiert wurde damals ein Frostschaden.

Jetzt habe ich aber gefunden, daß die genaue Ursache für dieses Phänomen bekannt ist. DNA-Untersuchungen haben ergeben, daß es von einem Virus verursacht wird, das mit den Begomoviren verwandt ist. Mit diesen hübschen Blättern wird es gezüchtet als Cultivar Oxalis debilis „Aureo-Reticulata“.

Quelle:
Herrera, F., Aboughanem-Sabanadzovic, N. & Valverde, R.A. A begomovirus associated with yellow vein symptoms of Oxalis debilis . Eur J Plant Pathol 142, 203–208 (2015)

Liebe Grüße
Jochen

Re: Oxalis debilis "Aureo-Reticulata"

Verfasst: So Mai 17, 2026 10:13 pm
von Anagallis
Ah, interessant. Solche Pflanzen habe ich auch schon gesehen. Ob das auf dem Foto nun tatsächlich O. debilis ist, kann man nicht erkennen. Mein letzter Fund war O. acetosa.

Re: Oxalis debilis "Aureo-Reticulata"

Verfasst: Mo Mai 18, 2026 9:11 pm
von Jochen
Ich bin jetzt mal meine Photosammlung durhgegangen und habe eine weitere Pflanze entdeckt. Es ist ein Lungenkraut von 2017 von einem Waldweg bei Bühlingen bei Rottweil. Vom Aussehen her ähnelt es dem Bild von Oxalis. Vielleicht wird es auch kultiviert?

Liebe Grüße
Jochen

Re: Oxalis debilis "Aureo-Reticulata"

Verfasst: Mo Mai 18, 2026 10:22 pm
von abeja
Obwohl das ja hübsch aussieht, finde ich es etwas seltsam, dass von Viren befallene Pflanzen als Zierpflanzen kultiviert werden (verbreitet werden).

Diese "yellow veins" sind ja eigentlich ein Krankheitsbild, zumindest findet da verminderte Photosynthese statt. Es gibt jede Menge "yellow vein"-Krankheiten bei Kulturpflanzen (Nahrungsmitteln) (z.B. Okra), wobei sich da noch weitere Schadbilder entwickeln.

Hier habe ich eine Arbeit aus Indien gefunden.
https://www.researchgate.net/publicatio ... Management
Abstract (übersetzt mit DeepL)
Zierpflanzen sind in Indien und weltweit weit verbreitet, da sie sich hervorragend an unterschiedliche Umweltbedingungen anpassen können. Die Infektion vieler Pflanzen mit Begomoviren wurde weltweit umfassend beobachtet und dokumentiert, da Nutzpflanzen für einen bestimmten Zeitraum auf dem Feld verbleiben, während verschiedene Zierpflanzen das ganze Jahr über auf oder in der Nähe dieser landwirtschaftlichen Flächen wachsen. Geminiviren geben zunehmend Anlass zur Sorge, insbesondere die durch Begomoviren verursachten Krankheiten, da diese mittlerweile epidemische Ausmaße angenommen haben. Zierpflanzen dienen in Gärten als Ersatzwirte für Begomoviren und können deren Übertragung auf andere wirtschaftlich bedeutende Nutzpflanzen und Heilpflanzen ermöglichen, wodurch sich das Wirtsspektrum dieses Phytovirus in verschiedenen Regionen Indiens erweitert. Die Weiße Fliege (Bemisia tabaci) ist der Vektor, der Begomovirus-Infektionen bei Zierpflanzen, Nutzpflanzen und Unkräutern effizient überträgt und in den tropischen und subtropischen Regionen der Welt vorherrscht. Daher sind umfassende Informationen über ihre Epidemiologie, Sequenzvielfalt und Biodiversität von großer Bedeutung, um Präventionsmaßnahmen für einen angemessenen Umgang mit ihnen umzusetzen.
Bemisia tabaci (Baumwollmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus, Batatenmottenschildlaus, Weiße Fliege) gibt es auch in Europa, vor allem im Süden, ansonsten in Gewächshäusern.
https://pflanzengesundheit.julius-kuehn ... i-dabl.pdf

Re: Oxalis debilis "Aureo-Reticulata"

Verfasst: Di Mai 19, 2026 7:56 am
von Manfrid
abeja hat geschrieben: Mo Mai 18, 2026 10:22 pmObwohl das ja hübsch aussieht, finde ich es etwas seltsam, dass von Viren befallene Pflanzen als Zierpflanzen kultiviert werden (verbreitet werden).
Mit den Zuckerhutfichten, Muschelzypressen etc. ist es ja ähnlich. No risk, no fun.

Re: Oxalis und Begomoviren

Verfasst: Di Mai 19, 2026 10:34 am
von Anagallis
Geminiviren geben zunehmend Anlass zur Sorge, insbesondere die durch Begomoviren verursachten Krankheiten, da diese mittlerweile epidemische Ausmaße angenommen haben.
Wie konnte man auch damit rechnen, daß vorsätzlich ausgebrachte Viren Probleme verursachen?

Re: Oxalis und Begomoviren

Verfasst: Di Mai 19, 2026 3:43 pm
von Botanica
:lol: :lol: :lol: