Auf ehemaligem Bachschlamm: Neu- und Wiederfunde für BW
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Auf ehemaligem Bachschlamm: Neu- und Wiederfunde für BW
Hallo zusammen,
im südlichen Kraichgau an der Pfinz zwischen Berghausen und Söllingen liegt ein altes Mühlengelände mit der (Fast-)Ruine der ehemaligen Mühle. Drum herum erstreckt sich ein weitläufiges Ruderalgelände, auf dem über viele Jahre immer wieder ausgeräumter Bachschlamm (vorwiegend aus dem Mühlkanal) abgelagert wurde. Dort hatte Andreas Kleinsteuber bereits 2013 auf einem Bachschlammhaufen viele interessante Dinge entdeckt, unter anderem Physalis grisea neu für die Region sowie Datura innoxia, Physalis peruviana und Amaranthus blitum subsp. blitum.
Derzeit wird das Gelände abgebrochen und saniert, und deswegen hatten Dominik und ich das heute [21.8.25] zu einer (letzten?) Kontrolle besucht. Das war überaus lohnend, und wir entdeckten zahlreiche recht spektakuläre Neu- und Wiederfunde auf den Sandruderalen und vor allem an den Stellen, wo früher Bachschlamm abgelagert war und jetzt beim Abriss neu "aufgerissen" wurde.
Das wird nicht mehr lange so bleiben, fürchte ich, aber es war sowieso nur ein kurzlebiger Zwischenzustand.
Nicht abgebildet sind u. a. Physalis peruviana (sehr große Bestände) [P. grisea war nicht mehr zu finden], Amaranthus bouchonii, A. powellii, Hibiscus trionum, viele verschiedene Chenopodium (album, missouriense, betaceum/strictum etc.) und Polygonum, Dysphania pumilio, Dysphania schraderiana [leider zu verdorrt zum Photographieren, in BW extrem selten], Datura stramonium, Hyoscyamus niger, Sorghum halepense, Galega officinalis, Abutilon theophrasti sowie ein großer Bestand von Stachys x ambigua (wie so oft ohne die Eltern).
Gruß Michael
im südlichen Kraichgau an der Pfinz zwischen Berghausen und Söllingen liegt ein altes Mühlengelände mit der (Fast-)Ruine der ehemaligen Mühle. Drum herum erstreckt sich ein weitläufiges Ruderalgelände, auf dem über viele Jahre immer wieder ausgeräumter Bachschlamm (vorwiegend aus dem Mühlkanal) abgelagert wurde. Dort hatte Andreas Kleinsteuber bereits 2013 auf einem Bachschlammhaufen viele interessante Dinge entdeckt, unter anderem Physalis grisea neu für die Region sowie Datura innoxia, Physalis peruviana und Amaranthus blitum subsp. blitum.
Derzeit wird das Gelände abgebrochen und saniert, und deswegen hatten Dominik und ich das heute [21.8.25] zu einer (letzten?) Kontrolle besucht. Das war überaus lohnend, und wir entdeckten zahlreiche recht spektakuläre Neu- und Wiederfunde auf den Sandruderalen und vor allem an den Stellen, wo früher Bachschlamm abgelagert war und jetzt beim Abriss neu "aufgerissen" wurde.
Das wird nicht mehr lange so bleiben, fürchte ich, aber es war sowieso nur ein kurzlebiger Zwischenzustand.
Nicht abgebildet sind u. a. Physalis peruviana (sehr große Bestände) [P. grisea war nicht mehr zu finden], Amaranthus bouchonii, A. powellii, Hibiscus trionum, viele verschiedene Chenopodium (album, missouriense, betaceum/strictum etc.) und Polygonum, Dysphania pumilio, Dysphania schraderiana [leider zu verdorrt zum Photographieren, in BW extrem selten], Datura stramonium, Hyoscyamus niger, Sorghum halepense, Galega officinalis, Abutilon theophrasti sowie ein großer Bestand von Stachys x ambigua (wie so oft ohne die Eltern).
Gruß Michael
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Re: Auf ehemaligem Bachschlamm: Neu- und Wiederfunde für BW
Xanthium spinosum: offensichtlich ein Wiederfund für BW nach mehreren Jahrzehnten. Die Art ist überall in D sehr selten geworden (in Botanischen Gärten wird sie noch kultiviert). Ein riesiges, weit verzweigtes Exemplar in der nitrophytischen Hochstaudenflur auf ehemaligem Bachschlamm.
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Re: Auf ehemaligem Bachschlamm: Neu- und Wiederfunde für BW
Myosotis sparsiflora: ein "großes" Exemplar auf freier, ruderaler Sandfläche zwischen Hochstauden. Die Art war bisher in BW noch gar nicht bekannt. Wie sie dahinkommt (sicherlich nicht aus Gartenkultur!), bleibt ein Rätsel.
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Re: Auf ehemaligem Bachschlamm: Neu- und Wiederfunde für BW
Solanum rostratum (cornutum): Hiervon gibt es in BW nur einen Altfund im Kraichgau (leider undokumentiert und nur aus Photos von Jürgen Alberti aus einem Neubaugebiet in Oberderdingen 1981 überliefert) sowie einen Fund von 2005 im Stadtgebiet von Karlsruhe. Die recht spektakuläre, zumindest bei uns unverkennbare Art bleibt adventiv. In D wird sie in einigen botanischen Gärten kultiviert, aber an der Pfinz gibt es bachaufwärts keinen solchen.
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Re: Auf ehemaligem Bachschlamm: Neu- und Wiederfunde für BW
Xanthium orientale var. italicum (= X. italicum): Auch diese am Mittelmeer häufige Art bzw. Varietät wird in Deutschland fast nie gefunden (im Gegensatz zur in Flussauen nicht seltenen X. orientale var. albinum). Unseres Wissens ist das ein Neufund für BW. Man beachte die fast ausschließlich (> 90 %) hakig gekrümmten Dornen der Früchte.
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Re: Auf ehemaligem Bachschlamm: Neu- und Wiederfunde für BW
Vermutlich ist das nur eine Gartenform (Hybride?) von Antirrhinum majus, aber durch die Drüsigkeit auffallend:
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Re: Auf ehemaligem Bachschlamm: Neu- und Wiederfunde für BW
Unter den zahlreichen Chenopodien fiel diese klein- und vielfrüchtige, stark verzweigte Form von C. album auf, mit kleinen, deutlich gestielten Blättern fast wie C. strictum, aber mit ungestreiften Stängeln. Das ist wohl die "subsp. pedunculare", die ja nach Rolf Wisskirchen kein eigenständiges Taxon darstellt, sondern eine unbeständige, nicht samenechte Mutation. Auf dem Gelände ist sie in > 20 Exemplaren vorhanden.
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Re: Auf ehemaligem Bachschlamm: Neu- und Wiederfunde für BW
Picris hieracioides ist sehr vielgestaltig. Auffällig an diesem Exemplar waren die großen Blüten und die unten rotgestreiften Ligulae - das ist in Norddeutschland die Regel, aber in Baden-Württemberg eher ungewöhnlich.
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Re: Auf ehemaligem Bachschlamm: Neu- und Wiederfunde für BW
Von Xanthium albinum cf. var. italicum hätte ich allerdings sehr gerne eine zweite Meinung. Der Unterschied zwischen var. albinum und var. italicum ist gering. Der hohe Anteil an widerhakigen Hülldornen spricht dafür.
Dominik
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Re: Auf ehemaligem Bachschlamm: Neu- und Wiederfunde für BW
Nicht umsonst haben die Genetiker gefunden, dass italicum, albinum, orientale, riparium und sogar saccharatum wohl nur Varietäten einer variablen X. orientale sind und alle durch Übergänge miteinander verbunden. Gruß Michael