Hallo zusammen,
diese Cladonia habe ich auf einem Friedhof in Bonn fotografiert, wo sie am Rande und auf einem Grab sehr zahlreich vertreten waren.
Die grüngrauen Podetien waren auffallend niedrig, hatten keine Schuppen und waren mehlig bis körnig.
Für mich kamen dann mehrere Arten in die engere Auswahl
Cladonia pyxidata
Cladonia chlorophaea
Cladonia humilis
Ich habe zunächst versucht, die Cladonien über die makroskopischen Merkmale abzutrennen, ein höchst schwieriges Unterfangen. Nachdem ich mir auf mehreren Seiten Bilder von Cladonia pyxidata angesehen habe, war mir klar geworden, dass diese viel gröbere Oberfläche der Podetien im allgemeinen und der Becher im speziellen hat Habitus hat.
Damit habe ich diese ausgeschlossen.
Cladonia chlorophaea reagiert P+ und K-, während Cladonia humilis eine P+ und K+ gelb Reaktion aufweist.
Nach Überprüfung (siehe letztes Foto), war ich mir sicher, dass es sich bei diesen Flechten um Cladonia humilis meint.
Info zum Bild Cladonia_10: links K+ gelb, rechts P+ orange/rot
Info zum Bild Cladonia_12: im Kelch K+ gelb
Könnt ihr das bestätigen oder bin ich da auf dem Holzweg?
Viele Grüße
Harry
Flechte aus Bonn - Cladonia humilis?
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Re: Flechte aus Bonn - Cladonia humilis?
Hallo Harry,
hier kann ich auch nichts aus dem Stegreif sagen (habe diese Flechte noch nicht bewusst gesehen), ich muss dann auch die diversen Schlüssel anschauen und sehen, ob man irgendwo anders "abbiegen" kann.
Mit den ersichtlichen Merkmalen: kurzer Stiel, mehlige Oberfläche, Farbe der Grundschuppen (hellgrün, weiße Unterseite, relativ groß (?), nicht deutlich eingeschnitten, Ränder aufgerichtet) + Chemie + Standort (soll wohl oft sandig sein, aber vieles wird genannt, oft "gestörtes" Umfeld) komme ich erst einmal auch zu diesem Ergebnis.
Bei italics steht im Schlüssel (textual key to all taxa, Cladoniaceae) aber einmal direkt neben C. humilis (Stiel deutlich kürzer als Trichterbreite) C. conista (Stiel etwas länger als Trichterbreite, etwas anderes Habitat, eher saurer Untergrund, MEIST Unterschied in der K-Reaktion ... aber nicht immer).
Bei deinem Bild meine ich hier und da längere Stiele als Trichterbreite zu sehen, möglicherweise sind das aber noch unterentwickelte Becher ... Jedenfalls fand ich Bilder von C. humilis, wo das auch so aussieht.
Dann heißt es C. humilis K+ (eigentlich ... aber es gibt auch Chemorassen K-), bei P. conista heißt es K- (eigentlich ... aber es gibt auch K+) ...
Aus dem Schlüssel bei italics:
https://britishlichensociety.org.uk/res ... ia-humilis
https://britishlichensociety.org.uk/res ... ia-conista
hier kann ich auch nichts aus dem Stegreif sagen (habe diese Flechte noch nicht bewusst gesehen), ich muss dann auch die diversen Schlüssel anschauen und sehen, ob man irgendwo anders "abbiegen" kann.
Mit den ersichtlichen Merkmalen: kurzer Stiel, mehlige Oberfläche, Farbe der Grundschuppen (hellgrün, weiße Unterseite, relativ groß (?), nicht deutlich eingeschnitten, Ränder aufgerichtet) + Chemie + Standort (soll wohl oft sandig sein, aber vieles wird genannt, oft "gestörtes" Umfeld) komme ich erst einmal auch zu diesem Ergebnis.
Bei italics steht im Schlüssel (textual key to all taxa, Cladoniaceae) aber einmal direkt neben C. humilis (Stiel deutlich kürzer als Trichterbreite) C. conista (Stiel etwas länger als Trichterbreite, etwas anderes Habitat, eher saurer Untergrund, MEIST Unterschied in der K-Reaktion ... aber nicht immer).
Bei deinem Bild meine ich hier und da längere Stiele als Trichterbreite zu sehen, möglicherweise sind das aber noch unterentwickelte Becher ... Jedenfalls fand ich Bilder von C. humilis, wo das auch so aussieht.
Dann heißt es C. humilis K+ (eigentlich ... aber es gibt auch Chemorassen K-), bei P. conista heißt es K- (eigentlich ... aber es gibt auch K+) ...
Aus dem Schlüssel bei italics:
Und bei britishlichen (die K-Reaktion erscheint lt. Text eindeutiger als bei italics, dann wird aber doch TLC empfohlen):56 Podetia 4-11 mm tall, almost subsessile, the stalks much shorter than the diameter of cups Cladonia humilis (With.) J.R. Laundon
Primary thallus squamulose, persistent, the squamules 3-10 mm long, 1-3 mm wide, rounded to sparingly incised, white and often slightly veined beneath, rarely sorediate at margins. Podetia goblet-shaped, hollow inside, greyish-green, corticate only at base, generally esquamulose, 4-11 mm tall, with regular, 3-4(-8) mm wide cups abruptly tapering to a very stalk which is shorter than the diameter of cups (the cups appearing subsessile), continuously and smoothly corticate, finely pruinose from the base to the cups, but farinose-sorediate in upper parts and inside the cups, the soredia 20-60 μm in diam. Apothecia rare, brown, convex, stipitate along the margins of cups. Asci 8-spored, clavate, thickened at apex, with a K/I+ blue tholus and a K/I+ strongly blue outer gelatinous sheath, Cladonia-type. Ascospores 1-celled, hyaline, ellipsoid. Pycnidia dark, ovoid, developing along the margins of cups, with a colourless jelly. Conidia hyaline, curved. Photobiont chlorococcoid. Spot tests and chemistry: four chemotypes (all of them C-, KC-, UV-): 1) K+ yellow, P+ red (atranorin, fumarprotocetraric acid complex), 2) K- or K+ yellowish slowly turning brown, P+ red (bourgeanic and fumarprotocetraric acids), 3) K+ yellow, P+ red (atranorin, fumarprotocetraric and bourgeanic acids), 4) K- or K+ yellowish slowly turning brown, P+ red (fumarprotocetraric acid complex). Chemotype 1) is the most frequent. Note: a mild-temperate, widespread species found on disturbed, often sandy soil, more rarely on lignum and mossy trees at low elevations; mainly Tyrrhenian in Italy.
56 Podetia 1-2(-3) cm tall, the stalks longer than the diameter of cups Cladonia conista (Nyl.) Robbins
Primary thallus squamulose, persisting, the squamules large, up to 1 cm long, 3-4 mm wide, grey green above, white and slightly veined beneath, rarely sorediate at margins. Podetia goblet-shaped, hollow inside, greyish, 1-2(-3) cm tall, with a broad (to 8 mm), regular cup, flaring to a 2-9 mm long stalk which is usually longer than the diameter of the cups. Surface of podetia continuously and rather smoothly corticate in lower and middle parts, farinose-sorediate in upper parts and in the interior of cups, the soredia 20-45 μm in diam. Apothecia very rare, developing on short proliferations on the margins of cups, brown. Asci 8-spored, clavate, thickened at apex, with a K/I+ blue tholus and a K/I+ strongly blue outer gelatinous sheath, Cladonia-type. Ascospores 1-celled, hyaline, ellipsoid. Pycnidia conical, located at the margin of cups, with a colourless jelly. Conidia hyaline, curved. Photobiont chlorococcoid. Spot tests: K- or K+ yellowish slowly turning brown, C-, KC-, P+ red. Chemistry: fumarprotocetraric and bourgeanic acids. Note: on acid soil, often in dry grasslands and Calluna-heaths.
https://britishlichensociety.org.uk/res ... ia-humilis
https://britishlichensociety.org.uk/res ... ia-conista
Viele Grüße von abeja
Re: Flechte aus Bonn - Cladonia humilis?
Hallo abeja,
vielen Dank für Deine Antwort.
an diesem Fundort gab es so ca 200 Podetien, die waren +/- alle gleich groß, genauer gesagt gleich klein.
Der Stiel der Podetien war deutlich kleiner, als ich ihn von z.B. Cladonia fimbriata kenne.
Ja, die Chemotypen machen selbst eine einfache Trennung K+ versus K- schwierig. Gotts ei Dank sind sie selten.
Ich setze bei meiner Bestimmung voraus, dass ich immer die häufigste Form finde (zumal mitten in einer Stadt)
Ansonsten kommt man ohne DNA Analyse kaum weiter -:)
Viele Güße
Harry
vielen Dank für Deine Antwort.
an diesem Fundort gab es so ca 200 Podetien, die waren +/- alle gleich groß, genauer gesagt gleich klein.
Der Stiel der Podetien war deutlich kleiner, als ich ihn von z.B. Cladonia fimbriata kenne.
Ja, die Chemotypen machen selbst eine einfache Trennung K+ versus K- schwierig. Gotts ei Dank sind sie selten.
Ich setze bei meiner Bestimmung voraus, dass ich immer die häufigste Form finde (zumal mitten in einer Stadt)
Ansonsten kommt man ohne DNA Analyse kaum weiter -:)
Viele Güße
Harry
Cogito, ergo sum