Madeira, Plantago
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Bitte immer den Fundort (Land, Stadt, Habitat etc.) und das Funddatum angeben. TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg im Forum.
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Madeira, Plantago
neben Plantago coronopus gibt es hier Angaben von einem recht unbekanntem Taxon, P. subspathulata
Davon findet man kaum Information im Netz.
https://www.inaturalist.org/observation ... id=1455887
Davon findet man kaum Information im Netz.
https://www.inaturalist.org/observation ... id=1455887
- Anagallis
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Re: Madeira, Plantago
Mit dem Mittelmeerflora-Schlüssel komme ich zu keinem Ergebnis.
Vielleicht kann man die Literaturangabe auffinden? "Repert. Spec. Nov. Regni Veg. 28: 319 (1930)"
Vielleicht kann man die Literaturangabe auffinden? "Repert. Spec. Nov. Regni Veg. 28: 319 (1930)"
Dominik
- Anagallis
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Re: Madeira, Plantago
Hier: https://bibdigital.rjb.csic.es/viewer/1 ... ark&n=0&q=
https://bibdigital.rjb.csic.es/viewer/1 ... &o=&n=0&q=7. Plantago subspathulata Pilger. Endemismus von Madeira. Perennierend, mit dickem, ungeteiltem Wurzelstock. Blätter fleischig, breit, spatelförmig, auch nach unten zu breitlich, nicht stielförmig verschmälert. Braktee sehr breit. Kelch stark gewimpert. Samenanlagen 4—5.
Dominik
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Kraichgauer
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Re: Madeira, Plantago
Das ist in der Tat ein missliches Problem, weil sich niemand in neuerer Zeit mehr zu dieser "Art" geäußert hat, und in der Madeira-Flora von Sauerbier et al. ist sie überhaupt nicht gelistet. Die Datenbanken haben sie zwar weiterhin als valide Art, aber jeder (auch ich in WorldPlants) schreibt nur vom anderen ab.
Alexej Shipunov als Plantago-Papst hätte man fragen können, aber der ist ja leider vor ein paar Jahren tödlich verunglückt...
Die einzige seriöse neuere Quelle, die auf die Art eingeht, ist Dalgaard (1991 in Willdenowia), der eine Chromosomenzahl von 2n = 20 für "P. subspathulata" angibt, aber P. coronopus hat die gleiche. Dalgaard erwähnt keinen coronopus von Madeira.
Ich vermute mal stark, dass alle (!) Madeira- (und wohl auch Kanaren-)Populationen der coronopus-Gruppe identisch mit "subspathulata" sind, und die Frage zu klären wäre, ob es sich dabei um eine geographisch isolierte Sippe aus dem polymorphen coronopus-Aggregat handelt. In Anbetracht der Polymorphie der Art haben wohl die meisten Bearbeiter alle "subspathulata" als Synonym von coronopus eingestuft.
Gruß Michael
Alexej Shipunov als Plantago-Papst hätte man fragen können, aber der ist ja leider vor ein paar Jahren tödlich verunglückt...
Die einzige seriöse neuere Quelle, die auf die Art eingeht, ist Dalgaard (1991 in Willdenowia), der eine Chromosomenzahl von 2n = 20 für "P. subspathulata" angibt, aber P. coronopus hat die gleiche. Dalgaard erwähnt keinen coronopus von Madeira.
Ich vermute mal stark, dass alle (!) Madeira- (und wohl auch Kanaren-)Populationen der coronopus-Gruppe identisch mit "subspathulata" sind, und die Frage zu klären wäre, ob es sich dabei um eine geographisch isolierte Sippe aus dem polymorphen coronopus-Aggregat handelt. In Anbetracht der Polymorphie der Art haben wohl die meisten Bearbeiter alle "subspathulata" als Synonym von coronopus eingestuft.
Gruß Michael
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Re: Madeira, Plantago
Man könnte ja bei Langeweile versuchen, das den Typusbeleg zu lokalisieren:
Möglicherweise ist der schon digitalisiert?Madeira: Nordküste bei S. Vicente und Ponta Delgada (J. Bornmüller, PI. exsicc. Mader. no. 1159 — 18. IV. 1900 [junge Blüte], 31. VII. 1900 [Frucht]; Typus!); am Meeresufer în Madeira (Dr. Buchholz).
Dominik
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Kraichgauer
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Re: Madeira, Plantago
Wird schwierig. Solche Serien wie "Plantae Exsiccatae Maderenses" wurden ja an zahlreiche Herbarien und Interessenten abgegeben/verkauft, jeweils unter einer Nummer pro Art. Da muss man dann rausfinden, welcher dieser Belege der echte Holotypus ist, der Rest sind dann allenfalls Isotypen.
Auffällig ist, dass die Photos in den Madeira- und Kanarenfloren von Sauerbier et al. überall solche breitblättrigen Exemplare zeigen, die von den typischen coronopus und commutata des Mittelmeers deutlich abweichen.
Gruß Michael
Auffällig ist, dass die Photos in den Madeira- und Kanarenfloren von Sauerbier et al. überall solche breitblättrigen Exemplare zeigen, die von den typischen coronopus und commutata des Mittelmeers deutlich abweichen.
Gruß Michael
- Anagallis
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Re: Madeira, Plantago
Durch den Übersetzer gejagt:
Ziemlich robuste, mehrjährige Pflanze mit einem kurzen, dicken, unverzweigten Stängel.
Blätter zahlreich, dicht rosettig, dünn ledig-papierartig, im trockenen Zustand recht biegsam, bis dick, steif, spatulär-lanzettlich, nach unten hin allmählich verschmälert (nicht gestielt), im unteren Teil etwas breiter, an der Basis kurz verbreitert, leicht gelappt, 4–6 cm lang, 6–11 mm breit; das Endsegment kurz, eiförmig bis breit eiförmig, kurz verengt, an der äußersten Spitze etwas stumpf (nicht spitz); gelappt, mit 3–4 kurzen, breiten Lappen auf jeder Seite, zum Blattrand hin verlaufend (und einen blattartigen, gezackten Rand bildend) oder teilweise kurz bis zahnförmig (vor allem die oberen), teilweise größer, bis eiförmig, 4–5 mm lang, am Rand herablaufend, die Lappen auf beiden Seiten meist mehr oder weniger gleich groß; Nerven 3 schmal, die Mittelnerve durchgehend, die Seitennerven in die oberen Lappen einlaufend; Blätter kahl oder am Rand hier und da mit steifen Haaren gesäumt.
Blütenstände 2–8; Stiel der Ähre bogenförmig aufsteigend oder stark gebogen, 7–12 cm lang, vor allem an der Oberseite mit kürzeren, steifen, anliegenden Haaren bedeckt; Ähre schmal und dicht (an der Basis fruchttragend und eher locker), 4–10 cm lang.
Hochblatt 2/3 so lang wie der Kelch bis etwa gleich lang, konkav, von einer abgerundeten oder breit abgerundeten Basis ausgehend, kurz verengt und zugespitzt, 2,5–2,75 mm lang, mit deutlich und kurz bewimpertem Rand, einem dicken Kiel, die Basis etwa so breit wie die Seitenlappen.
Die vorderen Kelchblätter sind leicht konkav, breit elliptisch, 2 mm lang, leicht ungleichmäßig, mit einem tief und breit eingeschnittenen Außenrand an der breiteren Seite, der andere Rand ist kurz bewimpert; die Seitenlappen sind häutig, mit einem breiten, dicken Kiel, der etwas breiter ist als der breitere Seitenlappen.
Hinteres Kelchblatt gefaltet-konkav, leicht ungleichseitig, rundlich-eiförmig ausgebreitet, 2,25–2,5 mm lang, Oberrand kurz bewimpert, Rippchen schmal, in einen schmalen Flügel übergehend, Flügel weiter unten locker bewimpert.
Kronenlappen eiförmig oder breit eiförmig, kurz gezähnt, 1–1,5 mm lang.
Dominik
Re: Madeira, Plantago
Danke euch für die ausführliche Recherche. Da habe ich wieder mal was dubioses gefunden. Die Chromosomen und Lupenmerkmale sieht man leider nicht. Ich finde, dass der Blattstiel bei P. coronopus zur Basis auch nicht sehr schmal wird.
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Kraichgauer
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Re: Madeira, Plantago
Es gibt allerdings sehr wohl einige wichtige neuere Arbeiten mit der Art, und sie wurde darin meist anerkannt, schon seit Knut Rahn (1996).
Hassemer et al. (2019) [unter Beteiligung von Alexej Shipunov] https://www.sciencedirect.com/science/a ... 0318307206 erkennen die Art zunächst in ihren genetischen Phylogenien an. Dort wurde die Art aus Material von Madeira kultiviert. Aber der Fokus des Artikels lag auf dem Subgen. Plantago, und deswegen scheint P. coronopus in der Phylogenie zu fehlen, weil nur wenige Arten aus Subgen. Coronopus als Outgroup aufgenommen wurden.
Die große Phylogenie von Shipunov et al. 2021 https://digital.csic.es/bitstream/10261 ... 299-v3.pdf
beantwortet dies, führt die Art als direkten Nachbarn von P. coronopus, aber genetisch getrennt und deswegen verschieden.
Es bleiben allerdings die beiden Fragen offen:
1. Warum fehlt die Art in Sauerbier et al. (Madeiraflora)?
2. Kommt normaler P. coronopus überhaupt auf Madeira vor oder ist das alles subspathulata?
Beides ist mir noch reichlich unklar. Ich hab' mal Herbert gefragt.
Gruß Michael
Hassemer et al. (2019) [unter Beteiligung von Alexej Shipunov] https://www.sciencedirect.com/science/a ... 0318307206 erkennen die Art zunächst in ihren genetischen Phylogenien an. Dort wurde die Art aus Material von Madeira kultiviert. Aber der Fokus des Artikels lag auf dem Subgen. Plantago, und deswegen scheint P. coronopus in der Phylogenie zu fehlen, weil nur wenige Arten aus Subgen. Coronopus als Outgroup aufgenommen wurden.
Die große Phylogenie von Shipunov et al. 2021 https://digital.csic.es/bitstream/10261 ... 299-v3.pdf
beantwortet dies, führt die Art als direkten Nachbarn von P. coronopus, aber genetisch getrennt und deswegen verschieden.
Es bleiben allerdings die beiden Fragen offen:
1. Warum fehlt die Art in Sauerbier et al. (Madeiraflora)?
2. Kommt normaler P. coronopus überhaupt auf Madeira vor oder ist das alles subspathulata?
Beides ist mir noch reichlich unklar. Ich hab' mal Herbert gefragt.
Gruß Michael