Hallo zusammen,
diese Flechten wuchsen an einem Waldrand in besonnter Lage direkt auf größeren Granitblöcken.
Ich bin mir noch nicht einmal über die Gattung im Klaren , Lesidea wäre möglich (litophila ?) oder auch eine Vertreter der Gattung Porpidia (tuberculosa oder macrocarpa).
Auf dieser Exkursion mit dem Thema Blütenpflanzen hatte ich mein Chemikalienset leider nicht dabei....
Kann man an >Hand der Fotos eine Einschätzung oder Tendenz angeben?
Viele Grüße
Harry
Weitere Flechten auf Silikatgestein
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Bitte immer den Fundort (Land, Stadt, Habitat etc.) und das Funddatum angeben.
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Weitere Flechten auf Silikatgestein
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Cogito, ergo sum
Re: Weitere Flechten auf Silikatgestein
Hallo Harry,
bei diesen Krustenflechten kann ich aus eigener Erfahrung gar nicht weiterhelfen (vor allem noch in Hochlagen auf silikatischem Gestein, null Erfahrung). Ich habe dazu nur im Kopf: ohne Chemie und Mikro geht da nichts.
Die Arten sehen ja oft extremst ähnlich aus - und wenn man mal zu einer Art Bilder sucht, stellt man auch noch eine "gewisse" Variabilität fest. Die Schlüssel bei den Italienern strotzen auch nur so vor chem. und Mikromerkmalen, da kommt man mit makroskopischen Anschauung wirklich nirgendwo hin.
Bei Lichen Marins steht z.B., dass man Lecidea lapicidea z.B. ganz leicht mit Porpidia-Arten (2 werden genannt) verwechseln könne (optisch), als Unterschied wird I+ oder I- genannt. ... musste ich nachschauen, Jodreaktion mit Lugolscher Lösung ist gemeint. War mir z.B. noch gar nicht bewusst, dass man das bei - manchen - Flechten auch macht.
Ich habe allerdings ein schönes PDF zu den Flechten im Schwarzwald gefunden, kennst du das schon?
"Die Flechten des Biosphärengebietes Schwarzwald" Volkmar Wirth von 2022
https://d-nb.info/1252242662/34
Hinten ist eine Artenliste ... viele Rhizocarpon-Arten, viele Lecidea-Arten usw., zum Teil sehr seltene Arten, die in (geheim-gehaltenen) Kleinsthabitaten gefunden wurden.
Im Text werden die Arten zumeist im Einzelnen nicht genannt, sondern nur Beispiele gegeben, was hauptsächlich je nach Habitat vorkommt.
Was hier deine Funde betreffen könnte:
"In lichtoffener Lage nimmt meist die gelbgrünliche bis gelbliche Landkartenflechte (Rhizocarpon geographicum-Aggr.) einen erheblichen Flächenanteil ein (Abb. 11), sie ist die Charakter-Krustenflechte besonnter Silikatfelsen."
"In zwar lichtoffenen, aber langzeitig beschatteten Habitaten trifft man an niedrigen, lange taufeuchten Felsblöcken eine Pioniergesellschaft mit dominierender Lecidea lithophila an. Diese ist eine graue, stellenweise rostig überlaufene, große dünne Lager bildende Krustenflechte mit schwarzen, bereiften Apothecien.
In langzeitig stabilen Blockhalden und in Blockmeeren, auch an schattigen Felsen stellt sich als aspektbestimmende Art die Korallen-Porenflechte (Pertusaria corallina) ein, eine dickkrustige weiße Flechte, die gänzlich mit stiftförmigen Auswüchsen bedeckt ist; sie ist gewöhnlich mit weiteren grauweißen Arten vergesellschaftet, wie z. B. Pertusaria aspergilla und Porpidia tuberculosa (Abb. 17)
bei diesen Krustenflechten kann ich aus eigener Erfahrung gar nicht weiterhelfen (vor allem noch in Hochlagen auf silikatischem Gestein, null Erfahrung). Ich habe dazu nur im Kopf: ohne Chemie und Mikro geht da nichts.
Die Arten sehen ja oft extremst ähnlich aus - und wenn man mal zu einer Art Bilder sucht, stellt man auch noch eine "gewisse" Variabilität fest. Die Schlüssel bei den Italienern strotzen auch nur so vor chem. und Mikromerkmalen, da kommt man mit makroskopischen Anschauung wirklich nirgendwo hin.
Bei Lichen Marins steht z.B., dass man Lecidea lapicidea z.B. ganz leicht mit Porpidia-Arten (2 werden genannt) verwechseln könne (optisch), als Unterschied wird I+ oder I- genannt. ... musste ich nachschauen, Jodreaktion mit Lugolscher Lösung ist gemeint. War mir z.B. noch gar nicht bewusst, dass man das bei - manchen - Flechten auch macht.
Ich habe allerdings ein schönes PDF zu den Flechten im Schwarzwald gefunden, kennst du das schon?
"Die Flechten des Biosphärengebietes Schwarzwald" Volkmar Wirth von 2022
https://d-nb.info/1252242662/34
Hinten ist eine Artenliste ... viele Rhizocarpon-Arten, viele Lecidea-Arten usw., zum Teil sehr seltene Arten, die in (geheim-gehaltenen) Kleinsthabitaten gefunden wurden.
Im Text werden die Arten zumeist im Einzelnen nicht genannt, sondern nur Beispiele gegeben, was hauptsächlich je nach Habitat vorkommt.
Was hier deine Funde betreffen könnte:
"In lichtoffener Lage nimmt meist die gelbgrünliche bis gelbliche Landkartenflechte (Rhizocarpon geographicum-Aggr.) einen erheblichen Flächenanteil ein (Abb. 11), sie ist die Charakter-Krustenflechte besonnter Silikatfelsen."
"In zwar lichtoffenen, aber langzeitig beschatteten Habitaten trifft man an niedrigen, lange taufeuchten Felsblöcken eine Pioniergesellschaft mit dominierender Lecidea lithophila an. Diese ist eine graue, stellenweise rostig überlaufene, große dünne Lager bildende Krustenflechte mit schwarzen, bereiften Apothecien.
In langzeitig stabilen Blockhalden und in Blockmeeren, auch an schattigen Felsen stellt sich als aspektbestimmende Art die Korallen-Porenflechte (Pertusaria corallina) ein, eine dickkrustige weiße Flechte, die gänzlich mit stiftförmigen Auswüchsen bedeckt ist; sie ist gewöhnlich mit weiteren grauweißen Arten vergesellschaftet, wie z. B. Pertusaria aspergilla und Porpidia tuberculosa (Abb. 17)
Viele Grüße von abeja
Re: Weitere Flechten auf Silikatgestein
Hallo abeja,
vielen Dank für Deine Antwort.
ja, die Veröffentlichung von Herrn Prof. V. Wirth habe ich, gna am End eine Zusammenfassung aller Arten, die er dort selbst gefunden hat.
Eine unglaublicher Artenvielfalt mit zum Teil nie gehörten Namen.
Die Differenzierung von Rhizocarpon geographicum und Rhizocarpon levanorinum ist mir noch ein Rätsel.
Aufd en Beispeilbildern (z.B. Wirth/Kirschbaum) offensichtlich makroskopisch eindeutig, aber ind er Praxis und den meisten Funden fragwürdig .
Die Größe der Areolen ist unterschiedlich, hat aber ledier auch eine breitem Bereich der Übereinstimung. Wieder nicht eindeutig.
Und die Chemie ist auch nicht zwingend eindeutig:
R. geographicum : Mark P- bis P+ gelborange
R. lecanorinum Mark P+ orange
Die Auslegung der Farbe ist für mich ein bisschen subjektiv.
Da hilft glaube ich nur mit einem Profi ins Gelände zu gehen.
Viele Grüße
Harry
vielen Dank für Deine Antwort.
ja, die Veröffentlichung von Herrn Prof. V. Wirth habe ich, gna am End eine Zusammenfassung aller Arten, die er dort selbst gefunden hat.
Eine unglaublicher Artenvielfalt mit zum Teil nie gehörten Namen.
Die Differenzierung von Rhizocarpon geographicum und Rhizocarpon levanorinum ist mir noch ein Rätsel.
Aufd en Beispeilbildern (z.B. Wirth/Kirschbaum) offensichtlich makroskopisch eindeutig, aber ind er Praxis und den meisten Funden fragwürdig .
Die Größe der Areolen ist unterschiedlich, hat aber ledier auch eine breitem Bereich der Übereinstimung. Wieder nicht eindeutig.
Und die Chemie ist auch nicht zwingend eindeutig:
R. geographicum : Mark P- bis P+ gelborange
R. lecanorinum Mark P+ orange
Die Auslegung der Farbe ist für mich ein bisschen subjektiv.
Da hilft glaube ich nur mit einem Profi ins Gelände zu gehen.
Viele Grüße
Harry
Cogito, ergo sum